04. 07. 2011 |
IdeenAlm | IdeenAlm Staffel 1-2010 | Mehrblick TV

Videogespräch: Rahim Taghizadegan auf der IdeenAlm, Alpbach 2010

 

Er ist Wirtschaftsphilosoph und einer der wenigen, interdisziplinären Intellektuellen Österreichs. Sein Hobby: Das Auffdecken moderner Illusionen und das Freilegen verlorenen Wissens. Hannes Offenbacher im Gespräch mit Rahim Taghizadegan, Gründer des Instituts für Wertewirtschaft.


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Location: Alpbach, Tirol
Datum: 09/2010

Zitate aus dem Video

  • Die schlechtesten Ökonomen erkennt man daran, dass sie nur Ökonomen sind.
  • Es ließ sich keine objektive Grundlage für das Bewerten, also das Wert beimessen, finden. Wir bewerten nach einem subjektiven Ansatz. […] Weitere Erkenntnis war, dass wir nur anhand von konkreten Produkteinheiten handeln können. Man braucht eine konkrete, relevante Einheit.
  • Für viele Menschen sieht es so aus, als würde alles in vorgegebenen Bahnen laufen und sie selbst sehen sich nur als kleines Rädchen, das nicht viel ändern kann. […] Aus dieser Wahrnehmung ergibt sich eine gegenteilige Übertreibung: diese abstrakte Umwelt wird als riesengroßes globales Problem interpretiert. Die Umweltzerstörung geht weiter, ohne dass ich als Einzelperson eingreifen kann.
  • Der Wertewandel ist ein Luxusproblem und resultiert aus dem Umstand, dass wir keine konkreten Beziehungen zu den Dingen mehr haben und uns so in einen Zwiespalt stürzen. Wir konzentrieren uns zu stark auf globale Probleme, das lenkt ab und blockiert.
  • Veränderungen gehen oft von sehr kleinen Minderheiten aus. Es braucht nur relativ wenige dafür, einzig ein überzeugendes Vorbild muss auftreten.
  • Es besteht eine große Sehnsucht, nach sinnvollem Leben; nach dem klassisch guten Leben.
  • Sobald einer so verrückt ist, etwas zu probieren, finden sich unglaublich schnell Nachahmer.
  • Medien werden überschätzt. Massenmedien sind ein Masseninstrument, eine Veränderung wird nicht von ihnen ausgehen – das Streben nach einer Veränderung über diese könnte sogar Gegenteiliges bewirken.
  • Ich habe einen sehr kritischen Zugang zu Medien. Ich halte den Medienkonsum für völlig übertrieben und die Medien selbst für überbewertet.
  • Ich halte es nicht für nötig, sich täglich mehrmals globale Nachrichten anzusehen. Das macht bloß unbeweglich. […] Man kann sich dadurch weniger mit konkreten Problemen beschäftigen.
  • Man ließt heute keine alten Bücher mehr […] ich lese gerne die alten Bücher, man kann sich kaum vorstellen, wie aktuell sie sind.
  • Es sagen schon jetzt viele, dass in fünf oder zehn Jahren die Welt ganz anders aussieht. Davon bin auch ich überzeugt. Ein Bewusstseinswandel ist nötig, es müssen wieder kleine, gangbare Strukturen gefunden werden.
  • Die wirtschaftlich-fundamentalen Daten sind im Verglich zu den 30er-Jahren dramatisch. Es gab noch niemals in der Geschichte eine solche Blasenbildung wie heute. Korrekturprozesse sind unausweichlich.
  • Heutiges Geld hat wenig Wertbezug.
 
  • http://www.vienom.com Andreas Tischler

    sehr interessantes Video. Besonders der Punkt mit der Überschätzung der Massenmedien und der Unterschätzung der eigenen Handlungsfähigkeit durch Vergleich mit den Weltproblemen.