15. 05. 2011 |
IdeenAlm | IdeenAlm Staffel 1-2010 | Mehrblick TV

Werner Michlits (Meinklang) auf der IdeenAlm, Alpbach 2010

 

Er gilt als Verfechter der biodynamischen Landwirtschaft und bewirtschaftet gemeinsam in der Großfamilie seinen Hof im Seewinkel. Dafür wurde er eben vom Wirtschaftsblatt und dem Wirtschaftsministerium ausgezeichnet: “Bestes Familienunternehmen Österreichs”. Hannes Offenbacher im Gespräch mit Werner Michlits, Inhaber des biodynamischen Mischbetriebes Meinklang.


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Location: Alpbach, Tirol
Datum: 09/2010

Zitate aus dem Video

  • Wir kamen als Kinder schon mit dem Thema der biologischen Landwirtschaft in Berührung, unsere Eltern haben schon vor 20 Jahren den Betrieb umgestellt und uns früh eingebunden und so haben wir uns dann gemeinsam dazu entschlossen, unseren Hof auf eine biodynamische Landwirtschaft umzustellen.
  • Biodynamisch bedeutet nicht nur, dass man die Chemie weglässt; man geht stärker in den Stoffwechsel hinein, das Lebendige steht im Vordergrund. Es stellt sich die Frage, wann ist ein Produkt lebendig, wann hat es ein Strahlkraft.
  • Wein war das einzige biologische Produkt mit einem schlechten Image […] Bio-Wein galt lange als sauer und oxydativ.
  • Es gab in Österreich nur wenige Pioniergeister, Österreich war einfach noch nicht so weit, auch der Markt nicht. Wir gingen dann zuerst in die Nachbarländer mit unserem Wein, dort waren wir sehr erfolgreich.
  • Bio-Wein war ein riesen Tabu-Thema, weil es automatisch die Frage aufwarf „Wenn das biologisch ist – was ist denn dann das andere?“.
  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit einer konventionellen Landwirtschaft langfristig erfolgreich sein kann. [….] Wir stehen in einem Entwicklungsprozess […] Österreich hat schon einen 20-prozentigen Anteil in der biologischen Landwirtschaft, das ist in Europa sehr viel.
  • Wir haben es geschafft, die Böden in nur 100 Jahren zu ruinieren. […] Es ist an der Zeit etwas dagegen zu tun! […] Als Beispiel nehme ich immer ein 2-3 Jahre alte Blumenkisterl, die Erde ist dann einfach tot, hat keine Struktur mehr, du kannst sie nicht mehr kneten. Und das erschreckende ist, unsere Äcker entwickeln sich genau so.
  • Wenn ihr Kunstdünger verwenden wollt, dann legt’s doch vorher einfach einmal eure Hand hinein, um zu sehen, was dann mit euren Pflanzen passiert!
  • Wir bewirtschaften unseren Hof als Großfamilie und waren einer der ersten und wenigen biodynamischen Betriebe in unserer Region, klar wurden wir ein wenig belächelt – vor zwanzig Jahren kannte das ja noch niemand. Der Demeter-Bund hat hier aber viel bewirkt, das ist und war sehr wichtig.
  • Es braucht den Mut von einzelnen Menschen, die aufstehen und sagen, dass es so einfach nicht geht. Leider behindern politische und finanzielle Strukturen noch viel […] viele sind auf die Gelder angewiesen […] Bauern gelten oft nur mehr als Förderempfänger– was für ein schlechtes und trauriges Berufsbild, das mindert die eigene Arbeit.
  • Ich habe schon eine pessimistische Einstellung, aber mit einem optimistischen Blick, weil ich weiß dass es zu einer Änderung kommen wird. […] Der nächste Schritt muss halt sein, dass man nicht nur redet, sondern auch Taten setzt!
  • Dass man die Welt mit biologischer Landwirtschaft nicht ernähren kann sehe ich gar nicht so. Das ist wieder ein sehr kurzfristiges Bild. Man muss Böden langfristig aufbaue. Konventionelle Landwirtschaft macht nicht nur Böden, sondern auch Preise kaputt.
 

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